Seit 1885 verbindet Frölich + Klüpfel Drucklufttechnik mit den Anforderungen der Praxis. Eine Geschichte von Erfindungen, Wandel und neuen Anwendungen.
Julius Frölich und Hermann Klüpfel legen den Grundstein für das Unternehmen. Die Entwicklung einer pneumatischen Gesteinsbohrmaschine führt zur Firmengründung in Eisleben und wenig später zu einer Niederlassung in Barmen.
Julius FrölichHermann Klüpfel
Unsere Geschichte
Stationen unserer Geschichte
1880–1885
Der Anfang
Um 1880 entwickelt Julius Frölich eine pneumatische Gesteinsbohrmaschine. 1885 wird das Unternehmen gegründet.
1886
Zweigniederlassung in Unterbarmen
1886 eröffnete Frölich + Klüpfel eine Zweigniederlassung in Unterbarmen. 1891 folgte die Verlegung des Firmensitzes nach Barmen.
1891
Barmen wird Firmensitz
Im April 1891 wird der Firmensitz nach Barmen verlegt. Das Programm wächst um weitere Druckluftmaschinen und Geräte für den Bergbau.
Vor 1914
Drucklufttechnik über Grenzen hinweg
Das Unternehmen wächst mit dem Bergbau. Niederlassungen entstehen unter anderem in Deutschland, Österreich, Ungarn, England und den Niederlanden.
1916–1918
Bergbautechnik im Ersten Weltkrieg
Zeitgenössische Anzeigen dokumentieren die Tätigkeit von Stephan, Frölich & Klüpfel in Scharley, Oberschlesien: 1916 suchte der Betrieb Fabrikarbeiter für Blech- und Nietarbeiten. 1918 bewarb er Verbindungsstücke für Lüftungsleitungen im Bergbau.
1921
Frölich & Klüpfel gründet eine Tochtergesellschaft in Wien
1921 gründete Frölich & Klüpfel gemeinsam mit dem Ingenieur Otto Krasny die Tochtergesellschaft Krasny, Frölich & Klüpfel in Wien. Sie führte Bergbau- und Gesteinsarbeiten in Österreich aus und betreute auch die bestehenden Aufträge des bisherigen Unternehmens in Budapest. Das Stammhaus in Barmen unterstützte die Wiener Gesellschaft mit Maschinen und technischem Wissen.
1937–1948
Ungarische Gesellschaft
1937 entstand in Ungarn die mehrheitlich ungarisch geführte Gesellschaft Henrich, Frölich und Klüpfel für Schacht- und Tiefbau. Sie wurde 1948 verstaatlicht.
1938
Verfolgung des Wiener Teilhabers
Die ältere Firmenchronik berichtet, dass der Wiener Teilhaber Otto Krasny 1938 vor nationalsozialistischer Verfolgung emigrierte. Sein Name wurde anschließend aus der Firmenbezeichnung entfernt. Die genauen Besitzveränderungen und die spätere Abwicklung sind noch nicht abschließend geklärt.
Zweiter Weltkrieg
Kriegsproduktion in Gelsenkirchen-Buer
Während des Zweiten Weltkriegs stellte die Maschinenfabrik in Gelsenkirchen-Buer zeitweise Kriegsmaterial her, wie die Jubiläumsschrift berichtet.
1940–1944
Oberschlesische Betriebe in der Rüstungswirtschaft
Die historische Forschung belegt die Beteiligung von Stephan, Frölich & Klüpfel in Petrowitz an der nationalsozialistischen Rüstungswirtschaft. Dokumentiert sind ein Auftrag für pneumatische Rückstoßvorrichtungen, Zulieferungen für Geschosse und die Fertigung von Geschützersatzteilen. Diese Angaben betreffen den oberschlesischen Betrieb; sie sind nicht pauschal auf Wuppertal übertragbar.
1943
Verlust des Firmenarchivs
1943 wurden beim Brand des Wuppertaler Verwaltungsgebäudes große Teile des Firmenarchivs zerstört. Dieser Verlust erschwert bis heute die Rekonstruktion der Unternehmensgeschichte.
1944
Kriegsschäden an der Stromversorgung in Buer
Die Gelsenkirchener Stadtchronik verzeichnet einen beim Luftangriff vom 23. November 1944 beschädigten Stromkabelabschnitt bei Frölich & Klüpfel. Am 28. November war die Leitung wiederhergestellt. Über das Ausmaß möglicher Schäden am Werk selbst gibt dieser Eintrag keine Auskunft.
1945–1948
Neuordnung nach dem Krieg
Für das Werk Petrowitz nennt das polnische Archiv eine Übernahme durch die polnische Kohlenverwaltung im Januar 1945. Das Ungarische Nationalarchiv datiert die Verstaatlichung von Henrich, Frölich és Klüpfel auf 1948. Die Veränderungen an den ausländischen Standorten vollzogen sich damit zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Nach 1945
Neubeginn mit Reparatur und Aufarbeitung
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Drucklufttechnik in Wuppertal zunächst mit der Reparatur und Aufarbeitung vorhandener Druckluftwerkzeuge verschiedener Hersteller. Rohmaterial für die Neufertigung fehlte. Parallel wurde die Bergbauabteilung in Essen wieder aufgebaut; die Maschinenfabrik in Gelsenkirchen-Buer versorgte den Bergbau mit dringend benötigten Ersatzteilen.
1953
Mitarbeiterbeteiligung in Buer-Beckhausen
Im Januar 1953 führte das Werk Buer-Beckhausen eine zusätzliche monatliche Mitarbeiterbeteiligung ein. Die Stadtchronik bezeichnet sie als Gewinnbeteiligung; berechnet wurde sie anhand des Umsatzes. Die erste Auszahlung betrug 27 DM je Beschäftigtem, Lehrlinge waren ausgenommen.
Historische Anzeige: Werke in Wuppertal-Barmen und Gelsenkirchen-Buer sowie die Bergbauabteilung in Essen. Als 1953 überliefert; das Jahr steht nicht auf dem Bild.
1960er und 1970er Jahre
Neue Einsatzfelder für Druckluftwerkzeuge
Als die Nachfrage aus dem Bergbau stagnierte, erschloss Frölich + Klüpfel weitere Einsatzfelder, darunter Bauwirtschaft, Stahlindustrie, Gießereien und Steinbearbeitung. Das Programm wurde um drehende Werkzeuge, Laborrührer und Kleinmotoren erweitert. In den 1970er Jahren gewann die Verringerung des Arbeitslärms an Bedeutung.
1973
Wolfgang Stephan tritt in den Ruhestand
Wolfgang Stephan trat 1973 in den Ruhestand.
1976
Drei Unternehmensbereiche werden selbstständig
Zum 1. April 1976 werden Drucklufttechnik in Wuppertal sowie Maschinenbau und Untertagebau in Gelsenkirchen-Buer rechtlich selbstständige Gesellschaften. Die ursprüngliche Frölich & Klüpfel GmbH & Co. KG bleibt mit Aufgaben außerhalb der Produktion bestehen. Die Gesellschaften werden zunächst von einer gemeinsamen Geschäftsführung geleitet.
1985
Hundert Jahre Frölich + Klüpfel
Frölich + Klüpfel feierte sein hundertjähriges Bestehen. Die Jubiläumsschrift dokumentiert die Entwicklung von den Anfängen mit Druckluft-Gesteinsbohrmaschinen bis zu den Bereichen Drucklufttechnik, Maschinenbau und Untertagebau.
Die deutsche Anmeldung des späteren europäischen Patents für ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Entkernen von Gussstücken stammt von 1987. 1991 wurde eine Entkernanlage bei Mercedes-Benz installiert. 1992 folgte die Erteilung des europäischen Patents.
1988–1989
Der Maschinenbau geht eigene Wege
1988 scheidet das F+K-Stammhaus als Kommanditistin der Maschinenbau-Gesellschaft aus. Nach weiteren Gesellschafterwechseln geht der Kommanditanteil 1989 an die Emil Wolff Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH über. Am 2. Mai 1989 wird das Erlöschen der bisherigen Firma im Handelsregister eingetragen.
1989–1991
Untertagebau: Übergang an Heitkamp
Am 6. Oktober 1989 wird der Übergang des Kommanditanteils am Untertagebau vom F+K-Stammhaus auf E. Heitkamp im Handelsregister eingetragen. 1991 folgt die Sitzverlegung von Gelsenkirchen-Buer nach Herne. Die Drucklufttechnik in Wuppertal bleibt eine eigenständige Gesellschaft.
1991
Entkernanlage für Mercedes-Benz
Vollautomatische Entkernung von Aluminium-Zylinderköpfen am Standort Mettingen.
Der langfristige Rückgang des Bergbaus in Deutschland veränderte einen wichtigen Absatzmarkt von Frölich + Klüpfel. Das Unternehmen erschloss deshalb zunehmend andere Einsatzfelder für seine Drucklufttechnik. Ende 1996 geriet Frölich + Klüpfel in eine schwere wirtschaftliche Krise. Belegschaft, Gewerkschaft, Gesellschafter, Stadt Wuppertal und Banken unterstützten gemeinsam den Fortbestand. Die Beschäftigten leisteten durch einen zeitlich begrenzten Einkommensverzicht einen wichtigen Beitrag. Die Entkerntechnik für die Automobilindustrie eröffnete neue wirtschaftliche Perspektiven und spielte bei der Rettung eine zentrale Rolle.
Im Jahr 2000 lieferte Frölich + Klüpfel die erste Entkernanlage nach China – für Teksid Hua Dong. Mit diesem Projekt begann die Geschäftsbeziehung mit Fair International.
2007 übernimmt Jochen Zibler, Eigentümer von Frölich & Klüpfel, das französische Unternehmen MASSIN Technologies. Die Verbindung ergänzt die Erfahrung von F+K in der Druckluft- und Entkerntechnik um weitere Kompetenzen im Sondermaschinenbau und in der automatisierten Entkernung.
2007
Entkernanlagen zum Ansehen
F+K stellt auf der GIFA 2007 in Düsseldorf Entkernanlagen aus.
F+K-Messestand auf der GIFA 2007.
2011
Aussteller auf der GIFA
F+K stellt auf der GIFA 2011 in Düsseldorf aus.
2015
Gemeinsam mit Massin Technologies
F+K und Massin Technologies stellen auf der GIFA 2015 gemeinsam Druckluftwerkzeuge und Entkernanlagen aus.
Gemeinsamer Messestand von F+K und Massin Technologies, GIFA 2015.
2019
Massin-Anlage mit Drehen und Vibrieren
2019 stellt F+K erstmals eine Massin-Anlage auf der GIFA mit aus, die das Gussteil während des Vibrierens zusätzlich dreht.
F+K und Massin auf der GIFA 2019 – Blick auf den gemeinsamen Messestand.Zur MASDIM-Anlage ↗
2021
Zusammenführung der deutschen Entkerntechnik
Die deutsche Massin Entkerntechnik GmbH wird auf Frölich & Klüpfel Drucklufttechnik GmbH & Co. KG verschmolzen. Die Eintragung erfolgt am 31. August 2021. Dieser rechtliche Zusammenschluss betrifft die deutsche Gesellschaft; die französische MASSIN Technologies ist davon zu unterscheiden.
2021
Vollautomatische Entkernung für Scania
Motorblöcke und Zylinderköpfe für Lkw-Motoren. Entkernung und Modellwechsel erfolgen vollautomatisch.
2023 stellt F+K den Kernbrecher auf der GIFA in Düsseldorf vor. Gemeinsam mit Massin Technologies präsentiert F+K Entkernlösungen und Druckluftwerkzeuge.
Gemeinsam auf der GIFA 2023: Unsere Vertriebspartner aus Italien und China unterstützen uns bei der Messe. Herzlichen Dank für euren Einsatz und die gute Zusammenarbeit!Zum Kernbrecher ↗Massin Technologies · GIFA 2023 ↗
2024
Universelle Entkernanlage für Kamlit
Universelle Entkernanlage mit vier anpassbaren Be- und Entladepositionen und Palettenumlaufsystem.
Neben dem Werkzeugprogramm entstehen individuelle Entkernlösungen für Gießereien. Drucklufttechnik und Anlagenbau bilden heute die Schwerpunkte von F+K.
Quellen und Forschungsstand
Die Darstellung wird mit weiteren Dokumenten ergänzt. Die Kriegsjahre des Wuppertaler Werks, die Arbeitsbedingungen und mögliche Zwangsarbeit sind bislang nicht ausreichend geklärt. Fehlende Belege erlauben keine Aussage darüber, dass es keine Zwangsarbeit gegeben habe.
Bildvorlagen der Anzeige und Medaille: vom Unternehmen aus einem Forum bereitgestellt; genaue Fundstelle noch offen.
1984 / STEINBEARBEITUNG
Ein Denkmal für die Maus
1984 schuf der Bildhauer Olaf Höhnen ein Marmordenkmal für Maus und Elefant. Der WDR-Beitrag „Denkmal“ begleitet die Arbeit am Stein. Ab etwa Minute zwölf sind dabei Werkzeuge von Frölich + Klüpfel im Einsatz zu sehen.
1991 entsteht aus der Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz eine vollautomatische Entkernanlage für Aluminium-Zylinderköpfe am Standort Mettingen. Die Unternehmenschronik nennt sie als erstes Referenzprojekt dieser Zusammenarbeit. Werkzeugtechnik wird Teil einer abgestimmten Anlagenlösung.
Quelle: historischer Firmentext; Baujahr 1991 nach ergänzender Unternehmensangabe.
Projekt Scania: Blick in die Anlage beim Aufbau in Wuppertal.
2021 / SCANIA · SÖDERTÄLJE, SCHWEDEN
Eine Anlage. Vollautomatischer Modellwechsel.
2021 installiert F+K die erste vollautomatische Entkernanlage für sämtliche Motorblöcke und Zylinderköpfe der im Scania-Werk Södertälje in Schweden gefertigten Lkw-Motoren. Auch das Umrüsten der Maschine auf die unterschiedlichen Gussteile erfolgt vollautomatisch.
2024 installiert F+K bei Kamlit in Kostanay eine universelle Entkernanlage für Lkw-Motorblöcke und Zylinderköpfe. Vier nach Bedarf anpassbare Be- und Entladepositionen und ein Palettenumlaufsystem ermöglichen eine flexible Einbindung in den Produktionsablauf.
Kamlit: Anlage mit Palettentransport bei der Montage im Mai 2024.
Originaldokumente zur damaligen Firmengruppe, zum Maschinenbau und zu den bergbaulichen Aktivitäten.
1963
50 Jahre Betriebsstelle Aachen
Die Jubiläumsschrift vom Oktober 1963 erzählt die Entwicklung der Schacht- und Bergbauabteilung. Historische Fotos und Karten zeigen Standorte und Schachtbauprojekte. Die Vorschau zeigt die Übersicht „Geteufte Schächte 1885–1963“.
Die Werks- und Kundenzeitschrift blickt auf das Jahr 1976 zurück. Sie dokumentiert die rechtliche Verselbstständigung der Unternehmensbereiche und gibt Einblicke in Projekte und den damaligen Betriebsalltag.
Erzeugnisse und Leistungen: Maschinenbau und Untertagebau
Der historische Prospekt zeigt die damalige Bandbreite: Förder- und Beschickungsanlagen, Maschinen für Hüttenwerke sowie Schacht-, Tunnel- und bergmännische Spezialarbeiten.
1934 · Druckluft-Aufbruchhammer mit Rückziehvorrichtung
Sonderdruck aus „Die Bauindustrie“, Nr. 22/23 von 1934. Der Beitrag beschreibt eine Rückziehvorrichtung zum Lösen festgefahrener Werkzeuge. Die Abbildung wurde laut Bildunterschrift von der Maschinenfabrik Frölich & Klüpfel, Wuppertal-Barmen, zur Verfügung gestellt.